Was ist eine Soziale Phobie?

Menschen mit sozialer Phobie meiden gesellschaftliche Zusammenkünfte, da sie fürchten, Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und auf Ablehnung stoßen zu können.

Sie fürchten, dass ihnen ihre Nervosität oder Angst angesehen werden könnte, was ihre Angst oftmals noch weiter verstärkt.

Die Angst geht oft einher mit körperlichen Symptomen wie Erröten (Erythrophobie), Zittern, Herzrasen, Schwitzen, Atemnot, Verkrampfung, Sprechhemmung und häufige Versprecher, Schwindelgefühle, Derealisation und Depersonalisation, Beklemmungsgefühle in der Brust, Panikgefühle, Kopf- und Magenschmerzen.

Um all das zu vermeiden, gehen Menschen mit sozialen Ängsten Situationen, in denen sie der Bewertung durch andere ausgesetzt sind, oft von vornherein aus dem Weg. Dies kann ein berufliches und privates Weiterkommen sehr erschweren und mitunter zu vollkommener sozialer Isolation führen.

Die Störung kann über einen langen Zeitraum anhalten, zudem erkranken viele Betroffene noch zusätzlich an einer Depression oder werden abhängig von Alkohol, Beruhigungsmitteln oder anderen Drogen/Medikamenten, welche die Symptome überdecken oder verdrängen können.

Nach Schätzungen leiden zwischen zwei und zehn Prozent der Bevölkerung unter sozialen Ängsten. Exakte Angaben sind jedoch schwer zu machen, da sich soziale Phobien in ihrer Ausprägung sehr stark unterscheiden können und insbesondere der Übergang von Schüchternheit zur sozialen Phobie schwer zu bestimmen ist.

Es erkranken etwa elf Prozent der Männer und etwa 15 Prozent der Frauen in ihrem Leben an einer sozialen Phobie.[1][2]

Eng umschriebene Sozialphobien, zum Beispiel nur Furcht vor öffentlichem Sprechen und Essen, sind eher selten. Am häufigsten ist die allgemeine Sozialphobie vor den meisten Aktivitäten im zwischenmenschlichen Bereich, wie an Partys oder Familienfesten teilzunehmen, anderen zu schreiben, neue Kontakte zu knüpfen (insbesondere zum begehrten Geschlecht) oder eine Unterhaltung mit dem Chef, andreren Autoritätspersonen, den Kollegen, den Nachbarn und selbst mit Nahestehenden zu führen.

 

 

 

 

Quellenangaben:

[1] Hochspringen ↑ R. C. Kessler et al. (1994): Lifetime and 12-month prevalence rates of DSM-III-R psychiatric disorders in the United Stats: Results from the National Comorbidity Survey. Archives of General Psychiatry 51, S. 8–19

[2] Hochspringen ↑ W. J. Maggee et al (1996): Agoraphobia, siple phobia and social phobia in the National Comorbidity Survey. Archives of General Psychiatry 53, S. 159–168.

WIKIPEDIA