Häufig vorkommende Ängste

Angst im Mittelpunkt zu stehen

Wer im Mittelpunkt steht, kann begutachtet und bewertet werden. Und die Angst vor Bewertung spielt oft eine zentrale Rolle. Andere könnten enttäuscht oder mit meiner Leistung oder mit mir nicht zufrieden sein. Dies ist dann besonders grausam, wenn mein Selbstwertgefühl stark daran gekoppelt ist.

Es ist immer etwas Wichtiges bedroht, wenn es darum geht, bewertet zu werden. Und dies kann zu so großer Anspannung führen, dass die Konzentration nachlässt, man keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, anfängt zu zittern oder rot zu werden, die Gedanken abreißen (Blackout), man die Stimme verliert oder anfängt zu stottern. Solche Situationen treten vorwiegend in Gruppen auf, wo also "viele Augen auf einen starren". Es kann jedoch auch sein, dass bestimmte Menschen einem Angst einflößen, meist Menschen die irgendeine Autorität ausstrahlen bzw. innehaben oder die stark zur Bewertung neigen.

Viele berichten davon, dass der Gang durch die Fußgängerpassage oder der Aufenthalt in öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig ist. Derjenige hat das Gefühl, alle würden ihn beobachten und bewerten(abwerten).

Perfektionismus

Es gibt eine starke Beziehung zwischen Perfektionismus und sozialen Ängsten.

Die Betroffenen sind selten mit sich zufrieden, selbst wenn sie etwas gut gemacht haben. Sie haben ständig Angst, Anforderungen nicht zu entsprechen und sind davon überzeugt, andere können das besser. Überall, wo es zu wichtig wird, keine Fehler machen zu dürfen, wird Lernen und Entwicklung blockiert. Und so tritt dann tatsächlich ein Mangel an sozialer Kompetenz ein.

Die Gefühle, die dahinter stehen, wenn man etwas falsch macht, sind ganz unterschiedlich. Manche empfinden Scham dabei. Andere wiederum gehen hart mit sich ins Gericht, weil sie es für völlig unakzeptabel halten, so zu sein. Hier wird also ein bestimmtes Verhalten abgelehnt oder gar verachtet.

Manche haben die Vorstellung, sie müssten nach außen hin immer alles unter Kontrolle haben und dürften keine Schwächen oder Unzulänglichkeiten zeigen. Oder man fühlt sich minderwertig und klein, wenn man bestimmte Dinge nicht kann, die für andere eine Selbstverständlichkeit zu sein scheinen. Und es gibt auch viele, die bestimmte Gefühle bei sich nicht zulassen können, weil sie Angst haben, damit nicht angenommen zu werden. Das können z.B. so Gefühle wie Traurigkeit oder Wut sein.

Perfektionismus führt nicht selten zu starren und rigiden Lebensentwürfen. Alles muss nach bestimmten Regeln ablaufen. Und alles, was unberechenbar oder nicht greifbar ist, flößt Angst ein.